Am nordwestlichsten Zipfel von Deutschland liegen die sieben Ostfriesischen Inseln. Sie gehören zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen. Ob Kur auf Norderney, Ruhe auf Juist oder ausgiebiger Badeurlaub am riesigen Strand von Borkum. Jeder findet auf einer dieser ursprünglichen Nordseeinseln sein ganz persönliches Highlight!

Ein Leuchturm auf einer Ostfriesischen Insel
Ein Leuchturm auf einer Ostfriesischen Insel

Die Entstehung der Ostfriesischen Inseln – Eine wilde Geschichte ständiger Veränderungen

Vor der Ostfriesischen Halbinsel zwischen den Mündungen von Ems im Westen und Jade und Weser im Osten liegt die Kette der Ostfriesischen Inseln, die noch heute in Bewegung ist.

Sie werden schon seit Jahrhunderten vom ewigen Wechsel der Gezeiten geformt. Von Borkum bis Wangerooge erstrecken sie sich auf rund neunzig Kilometern Länge in einem Abstand von 3,5 bis 10 Kilometern zum Festland.

Alle Nordseeinseln besitzen an der nördlichen Seeseite ausgedehnte Sandstrände. Richtung Inselmitte schließen sich Sanddünen an.

Sie werden durch Bewuchs mit Gräsern, Rosen aber auch Bäumen stabilisiert und geschützt. Richtung Süden gehen die Inseln in Salzwiesen und Wattgebiete über.

Seitdem sich die Eispanzer der letzten Eiszeit zurückzogen, unterlag die norddeutsche Küste den Kräften der Gezeiten. Anders als die Inseln der Nordfriesischen waren die Ostfriesischen Inseln zu keiner Zeit mit dem Festland verbunden.

Stürme und Gezeiten führten allmählich zu den heutigen Formen der einzelnen Inseln. Die Nordfriesischen besitzen einen Kern aus Marschboden. Ihre ostfriesischen Schwestern bestehen nur aus Sand und sind daher entsprechend labil.

Der Gezeitenstrom kommt vom Ärmelkanal im Westen. Dadurch wanderten die Ostfriesischen allmählich von West nach Ost. Siedlungen konnten sich erst etablieren, nachdem Küstenschutzmaßnahmen diesen Prozess stark verlangsamten.

Zum Stillstand ist er bis heute nicht gekommen.

Urlaub auf den Ostfriesischen Inseln – Mischung aus Paradies und wilder Natur

Strand Urlaub auf den Ostfriesische Inseln
Strand Urlaub auf den Ostfriesische Inseln

Der Schutz der Inseln ist auch heute noch ein ständiger Kampf gegen die Nordsee und den Wind.

Nach jeder großen Sturmflut gibt es Dünenabbrüche, die möglichst rasch wieder aufgefüllt werden müssen. Aber gerade das Wilde und Ursprüngliche macht den Reiz aus, den viele Urlauber auf einer Nordseeinsel suchen. Gepaart mit dem ruhigen aber herzlichen Charme der Inselbewohner wird der Nordsee Urlaub zum unvergesslichen Erlebnis.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte jede Ostfriesische Insel ihr spezielles Flair. Mit fast elf Millionen Übernachtungen in 2016 gehören die Ostfriesischen Inseln zu den beliebtesten Destinationen Deutschlands.

Mitten im Nationalpark “Niedersächsisches Wattenmeer” kann Natur hautnah erlebt werden.Seit Sommer 2009 gehört die Region zum “UNESCO-Weltkulturerbe” und genießt einen besonderen Schutzstatus.

Lange Strände, raue See, ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt, alles direkt erlebbar, sorgen für eine Urlaubsmischung, die einzigartig in Deutschland ist.

Borkum – Nordseeinsel mit Hochseeklima und gesundem Schlick

Strandkorb auf der Nordseeinsel Borkum
Strandkorb auf der Nordseeinsel Borkum

Mit 36 Quadratkilometern Fläche ist Borkum die größte der sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln in der Nordsee. Durch die Nähe zum Golfstrom herrscht ein besonders mildes und erholsames Hochseeklima.

Eine Besichtigung des über sechzig Meter hohen Leuchtturms gehört genauso zum Pflichtprogramm für Urlauber, wie das Genießen eines Konzertes direkt am Strand mit Blick auf das weite, silbergraue Wasser der Nordsee.

Beim alten Leuchtturm liegt das Heimatmuseum “Dat Dykhus”. Neben der eindrucksvollen 300-jährigen Geschichte Borkums gibt es in der extra errichteten Wal-Halle ein echtes, 15 Meter langes Skelett eines 35 Tonnen schweren Pottwals zu bestaunen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts lebten die Einwohner Borkums ausschließlich vom Walfang.

Ein eindrucksvolles Relikt aus diesen Zeiten kann in der Wilhelm-Bakker-Straße bewundert werden. Ein Zaun aus Walfisch-Kieferknochen trotz dort bis heute dem ostfriesischem Wetter.

Bei Sonnenschein sollten Sie ausgedehnte Fahrradtouren durch die weitläufigen Dünen im Osten der Insel unternehmen. Von einer kleinen Aussichtsplattform sehen Sie die Nachbarinseln Juist und Memmert.

Ist das Wetter eher durchwachsen, finden Sie im “Gezeitenland”, Borkums Erlebnisbad, alles für echte Wasserratten. Hier verwöhnt Sie auf Wunsch auch eine Packung aus echtem Borkumer Schlick mit heilender Wirkung.

Juist – Ostfriesische Insel mit dem längstem Sandstrand

Strand Juist
Langer Sandstrand auf Juist

Bei der Überfahrt mit der Fähre findet Sie viel Zeit, sich auf den Urlaub auf der Nordseeinsel einzustimmen. In wildem Zick-Zack-Kurs schleicht das Schiff durch das ostfriesische Watt.

Nur die künstlich angelegte Fahrrinne ermöglicht die Versorgung mit dem Schiff.

Auf Juist angekommen, geht alles langsam und erfrischend ruhig zu. Juist ist, wie die meisten Ostfriesischen Inseln (außer Borkum und Norderney) autofrei. Sämtliche Transporte finden mit Pferd und Kutsche statt.

Die Unterkunft erreicht man zu Fuß oder mit einem Pferdetaxi. Wenn das rhythmische Klackern der Hufe zu hören ist, kommt das Urlaubsfeeling von ganz alleine.

Nur wenige Meter vom Hafen entfernt beginnt der Hauptort. Hier und im ganz im Westen liegenden “Loog” leben rund 1500 Einwohner.

Natur pur können Sie bei einem ausgedehnten Spaziergang an die äußersten Spitzen von Juist erleben. Sowohl an der “Bill” im Westen, als auch am “Kalfamer” im Osten liegen oft Seehunde in der Sonne.

Mit einem Fahrrad ist Juist schnell und bequem zu erkunden. Die Ostfriesische Insel Juist ist mit 17 Kilometern die längste der sieben Eilande. Der feine Sandstrand zieht sich an der gesamten Nordseite entlang.

Die schönste Aussicht über die komplette Insel geniessen Sie in der Glaskuppel des Kurhauses oder auf der Aussichtsplattform des Juister Wahrzeichens direkt am Hafen.

Norderney – Lebhafte Nordseeinsel für aktiven Urlaub

Badekarren auf Norderney
Badekarren am Strand von Norderney

Die Ostfriesische Insel Norderney ist mit rund 6000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Insel.

Die Stadt Norderney liegt im äußersten Westen. Sie wird im Norden von einem großen Sandstrand und im Westen durch ein Inseldeckwerk vor Sturmfluten geschützt.

Das Deckwerk dient gleichzeitig als elegante Promenade. Teestuben und Restaurants bieten hier neben regionalen Leckereien einen herrlichen Blick auf Weite und Wellen der Nordsee.

Norderney ist eine turbulente Insel mit Stadt-Charakter. Die Fußgängerzone bietet reichlich Möglichkeiten zum Shoppen und Vergnügen.

Jedes Pfingst-Wochenende findet alljährlich das Sport- und Party-Event “White Sands” statt. Ein echter Höhepunkt im Veranstaltungskalender, mit Beachvolleyball-Turnier und Windsurf-Wettkämpfen.

Wer es eher beschaulich mag, sollte die Ruhe der ausgedehnten Dünenlandschaft mit dem Fahrrad erkunden. Dünen und Pferdeweiden bilden mit dem blauen Himmel und der grauen See einen reizvollen Kontrast, der für die typisch ostfriesischen Farben sorgt.

Mitten in den Dünen liegt der einzige 9-Loch-Golfplatz der Inseln.

Wenn Ihr Strandspaziergang Sie bis an die östliche Spitze Norderneys führt, können Sie mit etwas Glück wilde Seehunde aus nächster Nähe beobachten. Zusammen mit den kreischenden Möwen bildet das alles die perfekte Kulisse für Ihren einzigartigen Nordsee Urlaub auf Norderney.

Baltrum – Dornröschen der Nordsee

Der Hafen auf Baltrum
Der Hafen auf Baltrum

Baltrum wird von ihren 600 Einwohnern liebevoll das “Dornröschen der Nordsee” genannt. Das trifft es sehr gut.

Als kleinstes Mitglied der Ostfriesischen Insel-Familie liegt sie genau in der Mitte der Inselkette. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Baltrums Charme liegt in der ursprünglichen Atmosphäre und der Überschaubarkeit.

Das Dorf teilt sich in Westdorf und Ostdorf. Straßennamen sucht man hier vergeblich. Eine Nummer an jedem Haus reicht aus, um sich zurecht zu finden.
Baltrum eignet sich perfekt für einen Tagesausflug.

Die Fähre verkehrt regelmäßig von Neßmersiel aus. Die Fahrzeit beträgt nur etwa zwanzig Minuten.

Die Insel ist an einem Tag bequem zu Fuß zu erkunden. Sie sollten unbedingt den gepflegten Rosengarten besuchen. Besonders ist nicht seine Größe oder Sortenvielfalt, sondern die Lage in einem kleinen Kiefernwäldchen in den Dünen.

Im Winter oder an Regentagen bietet sich ein Besuch im Erlebnisbad “SindBad” an.
Wer länger bleiben möchte kann sich im Thalasso-Nordseeheilbad verwöhnen lassen.

In wenigen Stunden ist die gesamte Insel umrundet. Einfach nur am Strand langsam ein- und ausatmen. Sie spüren sofort, wie Ruhe und Gelassenheit von Ihnen Besitz ergreift. Schauen Sie den Möwen im Wind zu und erleben Sie den ewigen Wechsel von Ebbe und Flut.

Langeoog – Watt, Natur und ostfriesische Gemütlichkeit

Strand auf der Nordseeinsel Langeoog
Strand auf der Nordseeinsel Langeoog

Durch die von der Tide unabhängige Fährverbindung ist Langeoog jederzeit als Tagesausflug erreichbar. Die kleine Inselbahn bringt den Urlauber vom Hafen in die Ortsmitte.

Die einzigartige Naturlandschaft ist die größte Sehenswürdigkeit dieser Nordseeinsel. Durch die von West nach Ost langgestreckte Form lassen sich auf Langeoog, wie auf keiner anderen Insel der Ostfriesischen, Dünen in Ihrer Entstehung beobachten.

Zu Fuß, per Fahrrad oder auf dem Pferderücken erleben Sie diese Attraktion hautnah.

Der Wasserturm auf Langeoog
Der Wasserturm auf Langeoog

Auf den Dünen befindet sich Langeoogs Wahrzeichen.
Ein 1909 erbauter Wasserturm, der eine Ausstellung über die Wasserversorgung der Inseln beherbergt.

Die Aussichtsplattform in 30 Metern Höhe bietet ein unvergessliches 360°- Panorama. Festland, Dünen, Watt und weite See, alles ist von hier aus zu überblicken. Von Norderney bis Wangerooge sind viele Leuchttürme zu entdecken.

Nicht weit vom Wasserturm entfernt findet der aufmerksame Spaziergänger eine kleine Bronzefigur, die, an eine Laterne gelehnt auf das Wasser blickt. Sie ist zu Ehren der deutschen Sängerin Lale Andersen (Lili Marleen) errichtet worden.
Sie floh kurz vor Kriegsende nach Langeoog. Auf dem kleinen Inselfriedhof ist auch ihr Grab zu finden.

Nach einem erfrischenden Ausflug in die Natur von Langeoog empfehlen sich im Ort viele gepflegte Restaurants und gemütliche Teestuben. Von frischem Nordseefisch bis zum ostfriesisch zünftigen Rosinenkuchen mit Rum bleibt kein Wunsch unerfüllt.

Spiekeroog – Ruhe und Natur im UNESCO-Weltkulturerbe

Sandstrand auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog
Strand und Strandkörbe auf der Insel Spiekeroog

Die Abfahrtzeiten der Fähre von Neuharlingersiel sind tideabhängig. Allerdings sorgt die kurze Fahrzeit durch das ostfriesische Wattenmeer dafür, dass fast immer ein Tagesausflug nach Spiekeroog möglich ist.

Ein langer Strand im Norden und weite Salzwiesen im Süden bieten ursprüngliche Natur. Die Dünenlandschaft sorgt bei jedem Nordsee-Urlauber mit Strandhafer, Wildrosen und sogar kleinen Wäldchen für immer neue, abwechslungsreiche Eindrücke.

Das Dorf befindet sich in der Mitte der Insel. Seine zahlreichen denkmalgeschützten Häuser liefern das besondere Flair von Langeoog. Lassen Sie sich Zeit, die kleinen, liebevollen Details der alten Häuser zu entdecken.

Über der Tourist-Information “Kogge” ist das kuriose Muschelmuseum untergebracht. Der interessierte Gast kann hier über 2000 Muschel- und Schneckenschalen aus der ganzen Welt bestaunen.

Spiekeroog ist ein anerkanntes Thalasso-Nordseeheilbad. Suchen Sie Entspannung und Ruhe vom Alltag, sind Sie hier bestens aufgehoben. Das Meerwasserhallenbad bietet die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Ein anschließender Besuch im Kurmittelhaus sorgt für Entspannung bei Wellness- und Thalasso-Anwendungen.

Geniessen Sie Abends ein “kühles Blondes” oder eine heiße Tasse “Ostfriesentee” mit knackendem Kandis und Sahnewolken. So überkommt Sie die Urlaubsstimmung von ganz alleine.

Wangerooge – Insel im Griff der Gezeiten

Wattenmeer auf Wangerooge
Das Wattenmeer auf Wangerooge

Die Ostfriesische Insel Wangerooge ist die östlichste der Eilande. Sie liegt unmittelbar am westlichen Mündungsufer der Jade. Wangerooge hat die geografisch bewegteste Geschichte der sieben, dem ostfriesischen Festland vorgelagerten Inseln hinter sich.

Immer wieder mussten Wohnhäuser und Gebäude am Westrand dem Meer überlassen und im Osten der Insel neu aufgebaut werden.

Heute wird der Inselkörper von natürlichen Dünen und künstlich angelegten Deckwerken geschützt.

Gäste erreichen die Nordseeinsel mit der tideabhängigen Fähre von Harlesiel aus. Nach einer knappen Stunde beschaulicher Fahrt durch das friesische Watt geht es mit der Inselbahn weiter.

Während der 20-minütigen Bahnfahrt stimmt die Landschaft den Urlauber auf die Ruhe und Entschleunigung ein, die ihn auf der Insel Wangerooge erwartet.

Bei ungünstigen Fährzeiten bieten die Inselflieger am Flugplatz in Harlesiel eine schnelle Alternative.

Wer endlich mal wieder ganz entspannt ein Buch lesen will oder mit den Kindern Sandburgen bauen möchte, ist am Strand von Wangerooge goldrichtig!
In einem gemütlichen Strandkorb können Sie, geschützt vor Wind und Sonne, entspannt das Strandleben geniessen.

Wie auf allen Inseln wird auch hier auf Wangerooge viel Wert auf Ihre Gesundheit gelegt. Lassen Sie Ihre Alltagssorgen auf dem Festland zurück und relaxen Sie bei Kuren, Thalasso-Anwendungen oder Massagen.

Weitere kleine Inseln und Sandplaten

Bant – Untergegangene Nordseeinsel im Gezeitenstrom

Die Insel Bant war bis ins 16. Jahrhundert bewohnt. Dort wurde aus Salztorf Speisesalz gewonnen.

Die dadurch verursachte Erosion führte zum Zerbrechen und Überspülen der Insel. Geologen vermuten, dass Bant sehr viel größer war und bis zum heutigen Borkumriff reichte.

Nachdem die Stadt Emden Mitte des 18. Jahrhunderts ein Seezeichen auf Bant errichtet hatte, wurde sie 1780 komplett überspült.
Heute ist von der alten Insel nur noch eine Sandbank zur Rast von Seehunden und Vögeln geblieben.

Brauerplate – Ein ungewisses Schicksal

Bei der Brauerplate handelt es sich um eine größere Sandbank mit Anteilen von Hochsand. Sie befindet sich drei Kilometer nördlich von Borkum im Mündungsstrom der Osterems.

Seit einiger Zeit kann die Brauerplate auch von Borkum aus als inselähnliches Gebilde wahrgenommen werden. Durch starke Bewegungen im Verlauf der Osterems-Strömung ändert sich die gesamte morphologische Gestalt der Nordsee, nördlich von Borkum.

Da der Mensch hier nicht eingreift, ist die weitere Entwicklung der Brauerplate ungewiss.

Kachelotplate – Ein ständiges Auf und Ab im Griff der Naturgewalten

Schon 1840 wurde die Kachelotplate erstmals auf einer Landkarte eingezeichnet. Sie ist ein Hochsand und liegt etwa fünf Kilometer südwestlich der Insel Juist.
2004 erreichte sie eine Fläche von 230 Hektar.

Bereits 2006 besaß sie leicht begrünte Dünen von etwa 2,5 Metern Höhe. Die schweren Orkanfluten im Herbst 2006 zerstörten diese allerdings wieder. Seitdem wandert sie auf die Insel Memmert zu, mit der sie sich vermutlich vereinigen wird.

Lütje Hörn – Schnelle Nordseeinsel im Borkumer Wattrücken

Die unbewohnte Insel “Lütje Hörn” liegt zirka vier Kilometer östlich von Borkum. Durch den Einfluss der Mündungsströmung der Osterems ist Lütje Hörn nach Nord-Süd ausgerichtet.

Durch Stürme und Meeresströmungen wandert Lütje Hörn stetig nach Südosten. Dabei legte sie allein zwischen 1961 und 1999 über sechshundert Meter zurück. Flächenmäßig schrumpft die Insel immer weiter. Sowohl der Bewuchs, als auch die Zahl brütender Vögel nimmt parallel zum Flächenverlust ab.

Memmert – Vogelschutzinsel mit einem Einwohner

Nach der ersten Erwähnung im Jahre 1650 legte Memmert eine steile Kariere hin!

Angefangen als Sandbank ist sie heute eine erstaunlich stabile, kräftig bewachsene Insel mit bis zu acht Metern hohen Dünen. 1907 erklärte die Regierung Memmert zur geschützten Vogelkolonie.

Seit 1921 wird die Kolonie während der Saison von März bis November von einem Vogelwart bewacht und die Vögel gezählt. In den stürmischen 60er Jahren hat Memmert viel Land eingebüßt.

Buise – Die verschwundene Nordseeinsel

Über Lage und Größe der alte Insel Buise gibt es nur sehr lückenhafte Aufzeichnungen. Man ist bei der geschichtlichen Einordnung auf Mutmaßungen angewiesen.

Buise soll sehr groß gewesen sein. Bei einer Sturmflut im Jahre 1362 zerbrach sie in zwei Teile. Da Buise zeitlich vor Norderney erwähnt wird, vermuten Historiker, dass Norderney aus der östlichen Hälfte entstand.
Sturmfluten und Gezeitenströme trugen den westlichen Teil nach und nach ab.

Minsener Oog – Von Menschen geschaffen

Die Insel Minsener Oog entstand durch das Zusammenwachsen von zwei Sandbänken. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Buhnen auf der Minsener Oog errichtet.

Ein Verlanden des Fahrwassers der Jademündung sollte so verhindert werden. Diesem Zweck diente auch das Aufspülen von 10 Millionen Kubikmetern Sand aus der Jade.

Die Insel Mindener Oog erreichte dadurch ihre heutige Größe von 370 Hektar mit einer 12 Meter hohen Dünenlandschaft. Im Sommer können Wattwanderer einen kleinen Teil der Insel besuchen.

Mellum – Die jüngste Nordseeinsel

Die Insel Mellum hat sich Ende des 19. Jahrhunderts aus einem Hochsand entwickelt. Auf der Wasserscheide von Jade und Weser entstand Mellum vor der Halbinsel Butjadingen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde hinter einem kleinen Deich eine Flak stationiert. Zu dieser Zeit pflanzte man heimische Gehölze an, die sich zügig vermehrten. Heute brüten hier vor allem verschiedene Möwenarten.

Mellum und das angrenzende Wattgebiet sind wichtige Seehund-Lebensräume.
Einziger Mensch auf Mellum ist der Vogelwart mit eigenem Häuschen.