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Helgoland – eine Insel mit viel Geschichte und einigen Sehenswürdigkeiten. Das wussten Sie noch nicht? Im Museum der Insel Helgoland finden Sie eine ganze Reihe von spannenden Themen rund um die Geheimnisse der einzigen Hochseeinsel Deutschlands.

Regelmäßig veranstaltet das Museum zudem Ausstellungen und Informationsveranstaltungen für Nordsee-Urlauber und Einheimische. Zum Museum gehören neben dem eigentlichen Bau noch der Museumshof und die Bunkeranlagen im Oberland der Insel.

Öffnungszeiten des Museums

Das Museum ist täglich von 10 Uhr bis 14.30 Uhr für Besucher geöffnet. Nur an Silvester und Neujahr schließt es seine Türen.

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Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 Euro, für Kinder 2 Euro. Für Gruppen ab 12 Personen gibt es Ermäßigungen.

Hinweis für Rollstuhlfahrer: Nicht alle Bereiche des Museums sind mit dem Rollstuhl zu erreichen.

Themengebiete im Museum

Die Themen des Museums umkreisen alle die Geschichte der Insel Helgoland. Sowohl die naturwissenschaftlichen Sammlungen als auch Künstler stehen alle im Bezug zu der Hochseeinsel.

Kunstgeschichte und Kulturgeschichte – das sind die beiden Bereiche, auf die sich das Museum Helgoland schwerpunktmäßig konzentriert. Dabei liegt der Fokus immer auf dem Zusammenhang mit der Insel Helgoland. Das Museum will dabei als Gedächtnis der Nordseeinsel wahrgenommen werden. Museum, Museumshof und Bunkeranlagen bilden eine Einheit, die Ausstellungen sind unter dem Konzept “Authentische Heimatwelten” zusammengefasst.

Biologische Forschung auf Helgoland

Bereits 1835 war Helgoland Ziel von Forschern: Das Meeresleuchten um die Insel hatte den Naturforscher Christian Gottfried Ehrenberg angezogen.

Er bewies, dass es durch einen winzigen Einzeller verursacht wurde. Zehn Jahre später begründete Johannes Müller auf Helgoland die Planktonforschung. Die Nordsee war auch in der folgenden Zeit Mittelpunkt der Forschung. 1892 ernannte das preußische Kultusministerium Helgoland zur Königlichen Biologischen Anstalt – daraufhin entwickelte sich Helgoland zu einem anerkannten Standort der meeresbiologischen Forschung. Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Biologische Anstalt vollständig. Erst 1959 wurde sie wieder eröffnet.

Pionier der Fotografie: Franz Schensky

Er gehörte zu den bedeutendsten schwarz-weiß Fotografen der Welt: Der Helgoländer Franz Schensky. Das Museum Helgoland hat 1.400 originale Bildplatten wieder entdeckt und für die Öffentlichkeit entwickeln lassen. Viele seine Motive befassen sich mit dem Meer und der Insel. Auch seinen Fotografien ist es zu verdanken, dass Helgoland inzwischen über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist.

Durch seine Fotos wurde er zu einem Chronisten der Geschichte der Insel. So zeigen Bilder von 1890 die Übergabefeier Helgolands von England an das deutsche Kaiserreich. Auch die Zerstörung der Insel im Zweiten Weltkrieg und die Anfänge des Wiederaufbaus 1952 dokumentierte er. Für seine Bilder wurde er national sowie international mehrfach ausgezeichnet. Über 50 Goldmedaillen sind inzwischen im Besitz des Museums und können besichtigt werden.

Geologie & Fossilien auf Helgoland

Vor Millionen von Jahren lag die Insel Helgoland im Zechstein-Meer. Dieses ist durch Klimaveränderungen im Laufe der Zeit verdunstet und hinterließ Sedimente als Rückstand.

Diese Sedimente erreichten eine Dicke von mehr als einem Kilometer – der sichtbare Teil Helgolands ist ein Teil davon. Aus dieser und späteren Zeiten stammen viele Fossilien, die im Museum zu sehen sind. Darunter befinden sich Ammoniten, Muscheln, Fische und sogar Meeressaurier.

Doch nicht nur die Fossilien sind sehenswert: Auf Helgoland wurde roter Feuerstein gefunden. Die rote Färbung entsteht durch den hohen Anteil an Eisenoxyd. Vor etwa 88 Millionen Jahren entstand der Feuerstein und ist damit noch recht jung, im Vergleich zu Bernstein. Dieses fossile Harz kann bis zu 260 Millionen Jahre alt sein. Bernstein besteht zumeist aus dem Harz von Bäumen, das im Laufe der Jahre ausgehärtet ist. Manchmal werden auch Pflanzen oder sogar Tiere in dem Harz eingeschlossen und werden so zu faszinierenden Zeugen längst vergangener Tage.

Halunder – die Sprache der Helgoländer

Wenn Sie Ihren Urlaub auf der Nordseeinsel Helgoland verbringen, haben Sie sie vielleicht schon gehört: Halunder, die alte Sprache auf Helgoland.

Das Helgoländer Friesisch wird heute nur noch von weniger als 1.000 Menschen gesprochen. Um den Dialekt am Leben zu erhalten, wird er sogar an der Schule unterrichtet – und ist neben der standarddeutschen Sprache Amtssprache der Insel. Anders als viele andere nordfriesische Dialekte hat Halunder nur wenige dänische Einflüsse übernommen. Vielmehr ähnelt es dem Niederdeutschen.

Heiraten auf der Insel Helgoland

Traumhafte Kulisse, Strand und das Rauschen des Meeres: Für viele Menschen ist Helgoland nicht nur eine idealer Ort um Urlaub an der Nordsee zu verbringen, sondern auch um zu heiraten.

Und das nicht erst seit kurzem. Bereits ab 1900 kamen Besucher nach Helgoland, um auf der Nordseeinsel zu heiraten – oft in aller Stille und ohne Gäste.

Die Verbindung von Hochzeit mit einem Urlaub an der Nordsee war auch deshalb so beliebt, da keine sechswöchige Aufgebotsfrist eingehalten werden musste und auch die Staatsangehörigkeit der Heiratswilligen nicht wichtig war – anders als auf dem Festland. Heiraten können Sie im Museumshof: zwei Hummerhütten stehen dem Standesamt als Trauzimmer zu Verfügung. Danach besteht die Möglichkeit mit einem Boot ganz wortwörtlich “in den Hafen der Ehe” einzulaufen.

Die Insel der Photographie

An Bildmotiven ist Helgoland reich. Das wusste nicht nur der Hoffotograf Franz Schensky zu schätzen. Neben der Sammlung von über 1.000 Fotografien des bekannten Fotografen, veranstaltet das Museum häufig Wechselausstellungen anderer Künstler. So wurden schon Ausstellungen über Eislandschaften in der Antarktis und eine fotografische Reise mit einer Camera Obscura durch Schleswig-Holstein gezeigt.

Von der Heimat Helgoland geprägt: James Krüss

Der wohl bekannteste Sohn Helgolands ist der Schriftsteller James Krüss. 1926 auf der Insel geboren, wurde er während des Zweiten Weltkrieges als Jugendlicher zusammen mit allen anderen Kindern von Helgoland evakuiert.

Bereits mit 20 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch, das sich noch an Erwachsene richtete. Im gleichen Jahr begann er ein Lehramtsstudium. Zwei Jahre später schloss er dieses ab, arbeitete jedoch nie in dem Beruf.

Stattdessen gründete er die Zeitschrift “Helgoland”, die sich vor allem an von der Insel Vertriebene richtete. Auf Anraten von Erich Kästner begann er Bücher für Kinder und Jugendliche zu schreiben. Doch nicht nur im Buchform war er kreativ: Er schrieb Texte für Bilderbücher, Theaterstücke, entwickelte Hörspiele und moderierte Fernsehsendungen. Sein bekanntestes Buch ist wohl Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen, doch auch seine anderen Werke wie das Bilderbuch Henriette Bimmelbahn werden auch heute noch gern gelesen. Nach seinem Tod auf Gran Canaria wurde seine Asche im Meer nahe Helgoland verstreut.

Militärgeschichte der Insel

Die Nordseeinsel Helgoland hat eine strategisch wichtige Bedeutung. Nachdem sie 1807 von britischen Truppen besetzt wurde, blieb sie bis 1890 unter deren Besatzung. In diesem Jahr fiel die Insel in deutschen Besitz.

In den folgenden Jahren wurde Helgoland ein wichtiger Hafen für die kaiserliche Marine. Oberbefehlshaber Kaiser Wilhelm II. lieferte sich ein Flottenwettrüsten mit der englischen Marine und stockte den Bestand immer weiter auf.

Die militärischen Bautätigkeiten auf Helgoland wurden mit Beginn der Herrschaft der Nationalsozialisten 1933 noch einmal vorangetrieben. So wurde ein ausgedehntes Luftschutzstollensystem unter dem Oberland gebaut. Wichtig war den Befehlshabern der Marine zudem das Projekt “Hummerschere”. Unter diesem Namen wollten sie nördlich der Düne einen Hafen für die gesamte deutsche Flotte schaffen. Zusätzlich sollte die Insel durch Sandaufspülungen stark vergrößert werden. Nach den Vorarbeiten wurde dieses Projekt nicht mehr weiterverfolgt. Es hatte dennoch Auswirkungen auf die Insel. So vergrößerten sich die Düne und der Insel im Nordosten tatsächlich.

Die militärischen Anlagen und zivilen Gebäude wurden nach dem Krieg zerstört und die Insel unbewohnbar. Von 1947 bis 1952 wurde sie von der englischen Luftwaffe als Gelände für Bombenabwürfe genutzt.

Postgeschichte auf Helgoland

Durch ihre Lage war Helgoland schon immer eine wichtige Anlaufstelle für Schiffe der Nationen, die Seehandel betrieben. Durch die Eroberung Helgolands durch verschiedene Länder entstanden auch Auswirkungen auf die Post.

So gab es im Laufe der Geschichte sowohl dänische, englische und deutsche Briefmarken und Stempel auf Helgoland. Besonders ist die Beziehung zu Hamburg. Noch in dänischem Besitz befindlich, wurde 1796 eine Hamburgische Postagentur errichtet. 1867 gab es die ersten “Helgoländer Postwertzeichen”, die von der britischen Postverwaltung eingeführt wurden. Auch nach der Übergabe an das Kaiserreich war Helgoland häufig auf Briefmarken abgedruckt.

Mit der Übernahme 1890 wurde aus dem Königlich Britischen Postamt ein Kaiserlich Deutsches Postamt.

Vergnügen und Gesundheit stärken: Seebad Helgoland

Als Seebad hat Helgoland eine lange Tradition: Bereits 1826 errichtete Jacob Andresen Siemens eine Badeanstalt auf der Düne. Die Besucheranzahl stieg schnell an, im Jahr 1838 besuchten schon über 1.000 Gäste die Insel. Zu dieser Zeit war der Besuch eines Seebads nur den gesellschaftlich hochgestellten Personen vorbehalten und sehr teuer.

Das Baden selber lief damals noch anders ab, als ein Strandurlaub heute: Die Gäste wurden in Badekarren ins knie- bis hüfthohe Wasser gezogen. Nach Geschlechtern getrennt und mit viel Bedacht auf die Privatsphäre konnten die Gäste nun über Treppen in das Meer steigen. Doch geschwommen sind sie nicht – die Badegäste tauchten nur zur Erfrischung und Kreislaufstärkung einige Male in das Wasser ein. Der Urlaub an der Nordsee wurde immer populärer: Um die Jahrhundertwende kamen weit mehr als 10.000 badewillige Touristen. Gefördert wurde die Entwicklung durch den britischen Gouverneur Sir Henry Maxse, der die verschiedene Einrichtungen unterstützte.

Unterbrochen wurde die aufstrebende Urlaubsregion durch die beiden Weltkriege. Nach dem Wiederaufbau stieg die Zahl der Touristen weiter an und in manchen Jahren besuchten bis zu 800.000 Menschen Helgoland. Inzwischen sind die Besucherzahlen rückläufig. In den Jahren 2009 und 2010 kamen offiziellen Zahlen zufolge nur noch 300.000 Gäste nach Helgoland.

Seenotrettung: Überlebenswichtige Hilfe

In Seenot kann jeder geraten – deswegen ist eine Seenotrettung wichtig für alle Menschen in den Gewässern. Bei Einsätzen helfen die Retter nicht nur den in Seenot geratenen, sondern sichern auch Schiffe oder transportieren Kranke von der Insel zum Festland.

Gerade auf Helgoland war eine Station wichtig, da die Insel in der Nähe stark befahrene Schifffahrtswege liegt. Zu Beginn ruderten die Helfer noch in kleinen Booten zu den in Seenot geratenen Schiffen. 1892 bekamen die Helgoländer Seenotretter ein Boot, das an die Seeverhältnisse um die Insel angepasst war. Heute ist die 46 Meter lange Hermann Marwede jederzeit für einen Einsatz bereit.

Das Steinkistengrab

Entdeckt, abtransportiert, vergessen, wiederentdeckt: Das Helgoländer Steinkistengrab aus der Bronzezeit hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

Bereits 1893 wurde es auf Helgoland ausgegraben und nach Berlin in den Martin-Gropius-Bau verbracht. Während des Zweiten Weltkriegs wurde dieser zerstört und die Unterlagen über das Steinkistengrab gingen verloren. Erst 2008 wurde es wiederentdeckt und steht heute im Neuen Museum in Berlin – direkt neben ägyptischen Sarkophagen. Seit 2014 steht eine Replik des Steinkistengrabs im Museum Helgoland. Auf alten Karten der Insel sind noch weitere Hügelgräber verzeichnet.

Doch auch aufwändige Suchen brachten bisher keines von ihnen zum Vorschein – wahrscheinlich sind sie im Laufe der Jahrhunderte durch Sturmfluten zerstört wurden.

Mutige Männer im Zweiten Weltkrieg: Helgoländer Widerstand

Während des Zweiten Weltkriegs schmiedeten Georg Braun und Erich Friedrichs einen Plan zur friedlichen Übergabe Helgolands an die Alliierten. Während Braun Umgang mit Soldaten und Offizieren hatte, trafen sich in Friedrichs Gastwirtschaft vor allem Zivilisten.

Friedrich hatte über Funk Kontakt zu den Engländern aufgenommen. Die beiden Teilgruppen konnten sich nur heimlich austauschen. Kurz bevor sie ihre Pläne in die Tat umsetzten konnten, wurden sie von zwei Mitgliedern der Gruppe verraten. Fünf Mitglieder der Gruppe wurden in Cuxhaven in einem Schnellverfahren verurteilt und am 21. April 1945 hingerichtet.

Die unterkellerte Insel: Bunkeranlage auf Helgoland

Seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden auf Helgoland mehrere Kilometer lange Bunkeranlagen in die Insel getrieben. Das Stollensystem des Oberlandes und des Unterlandes waren miteinander verbunden. So entstand ein verzweigtes Netz an Gängen und einer großen Raumanlage.

1947 sollte durch eine gewaltige Explosion die Bunkeranlage der Insel zerstört werden. Die Detonation gilt als größte nichtnukleare Sprengung der Welt. Erst Jahre später konnten die ersten Einwohner wieder auf die Insel zurückkehren. Die übriggebliebenen Bunkeranlagen können besichtigt werden. Die Führung dauert etwa eine Stunde und findet Montag bis Samstag um 16:30 Uhr sowie Dienstags, Samstags und Sonntags um 10:00 Uhr statt.

Wenn Sie bei Ihrem Urlaub an der Nordsee eine Bunkerführung erleben möchten, melden Sie sich bitte vorher an.

Was verändert sich durch den Neubau?

Das Museum beherbergt die umfassendste Sammlung über die Insel Helgoland. Da diese in dem bestehenden Bau nicht mehr gebührend präsentiert werden kann, soll ein 300 Quadratmeter großer Anbau entstehen. Die Exponate sollen dafür neu sortiert werden. Auch die Bunkeranlagen sollen in diesem Zug weiter erschlossen werden. Der Neubau wird von der EU, dem Land Schleswig-Holstein und der Gemeinde gefördert.

Der Museumshof – Eine eigene Welt.

2006 entstand auf dem Freigelände des Museums ein Museumshof. Auf diesem wurden sogenannte Hummerbuden aufgestellt. In den Buden gibt es vertiefende Informationen zur Kulturgeschichte Helgolands – beispielsweise zu James Krüss, der Postgeschichte oder dem Fotografen Franz Schensky. Einige Hummerbuden werden Künstlern als Atelier zur Verfügung gestellt.

Zudem befindet sich im Hof das Modell einer 12.000 lbs Bombe aus dem zweiten Weltkrieg. Solche Bomben wurden 1945 auf Helgoland abgeworfen. Ein Gebäude im Museumshof überragt alle anderen: Der Leuchtturm. Das erste Leuchtfeuer der Insel wurde um 1630 errichtet. Der Leuchtturm ist auch heute durch moderne Radartechnik an der Sicherung der Schifffahrt beteiligt. Das Modell im Museumshof wurde 2009 fertiggestellt.

Wie alles begann… Die Geschichte des Museums

Auch das Museum selber hat eine bewegte Geschichte: Bereits 1897 wurde es gegründet und nach zwei Jahren Bauzeit 1899 eröffnet. Schwerpunkt des Museums waren Naturwissenschaften. Die ersten Exponate waren präparierte Vögel und eine Algensammlung. Träger des Museums war die Königliche Biologische Anstalt Helgoland. Während eines Großangriffes auf Helgoland 1944 wurde das Museum fast komplett zerstört. Erst 1996 wurde das neue Museum als Teil der Stiftung Nordseemuseum Helgoland gegründet.

Sie möchten das Museum fördern?

Seit 1981 existiert der Förderverein Helgoland e. V. Der steuerrechtlich als förderungswürdig eingetragene Verein unterstützt den Aus- und Aufbau des Museums. Mitglieder des Fördervereins erhalten neben dem freien Eintritt in das Museum Einladungen zu allen Eröffnungen und Veranstaltungen.

 

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