Viele Urlauber zieht es jährlich an die Nordseeküste. Wer neben der einzigartigen Naturschönheit der Nordseeinseln und des Wattenmeeres ebenso Interessantes zum Vogelzug erfahren möchte, kann an einer Führung im Fanggarten der Vogelwarte teilnehmen.

Wie die Forschungseinrichtung auf der Insel Helgoland entstand, welchen Aufgaben sich das Institut widmet und wo die Station zu finden ist, wird hier im Detail erläutert.

Wie die Erforschung der Singvögel auf der Hochseeinsel begann

Bereits im 19. Jahrhunderts schrieb Heinrich Gätke ein Buch über die Vogelbeobachtung auf Helgoland. Im Sinne der Vogelzugforschung wurde die Station 1910 gegründet, damals als Einrichtung der Preußisch Biologischen Anstalt auf der Nordseeinsel. Heute gehört Sie zum niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Anfänglich waren hier Dr. Weigold und Prof. Dr. Drost nahe der norddeutschen Küste im Dienste der Singvögel tätig. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Vogelwarte ausquartiert und die Arbeit in einer Göttinger Ausweichstelle fortgesetzt.

Wie sich die verschiedenen Standorte entwickelten

Seit 1946 gehört das Institut für Vogelforschung zum Bundesland Niedersachsen. Der Umzug nach Wilhemshaven erfolgte im Herbst 1947, wo sich der Hauptsitz bis heute im Fort Rüstersiel befindet. Von 1953 an wurde die Tätigkeit in der Vogelwarte Helgoland fortgesetzt. Eine Außenstation in Braunschweig kam hinzu. Nach Dr. Goethe und Prof. Dr. Nicolai ist Prof. Dr. Bairlein seit 1990 wissenschaftlicher Leiter der Einrichtung.

Wo sich die Standorte des Instituts für Vogelforschung befinden

Für die Wissenschaftler ist der Hauptsitz in Wilhelmshaven mit Verwaltung, Laboratorien, Bibliothek und Beringungszentrale vorrangiger Arbeitsplatz. Heinrich Gätkes Vogelsammlung kann teilweise im Besucherzentrum UNESCO-Weltkulturerbe Wattenmeer besichtigt werden. Die Inselstation mit Fanggarten befindet sich auf der ostfriesischen Insel im Oberland, der sogenannten Sapskuhle.

Wie Besucher die Vogelwarte Helgoland erleben können

Von Mitte März bis Ende Oktober finden jeweils dienstags und freitags Führungen durch den Fanggarten der Warte statt. Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 16.30 Uhr. Interessierte treffen sich am Eingang zur Inselstation. Gesonderte Termine stehen Gruppen von mehr als acht Personen zur Verfügung. An den Wochenenden werden keine Führungen angeboten. Im Oktober ziehen die Helgoländer Vogeltage Naturfreunde aus nah und fern an.

Welche Aufgaben die Forscher haben

Neben dem Vogelzug gehören die Grundlagenforschung an und die Lebensgeschichte von Vögeln zu den Leitthemen der Wissenschaftler. Ein besonderes Anliegen sind ökologische Langzeitstudien und kurzfristige Projekte, die die Vogelwarte auf Helgoland übernimmt. Die Forschungsergebnisse sind im Verständnis von natürlich-dynamischen Vorgängen unverzichtbar. Hinzu kommen Umwelt- und Populationsforschung, die im weltweiten Austausch zu anderen Wissenschaftlern stattfindet. So ist das IfV auch im Rahmen der Lehre tätig und bietet Beringungskurse, sowie Kolloquien an.

Wie eine Beringungszentrale arbeitet

Beringungszentralen basieren auf ehrenamtlicher Tätigkeit. Zum Einzugsgebiet des IfV gehören die nordwestlich gelegenen Bundesländer, sowie die friesischen Inseln. Für die Forschung ist ein Beringen der Zugvögel unerlässlich. Etwa 100.000 Vögel jährlich werden von der Vogelwarte Helgoland beringt. Die Gesamtzahl wird auf bislang 9 Millionen beringte Vögel geschätzt. Rund 200.000 Funde bereichern die Datenbank. Jeder Wiederfund eines Rings gibt den Wissenschaftlern Auskunft über das Winterquartier und die Rastplätze einer Population. Wer die wertvolle Arbeit des IfV im Urlaub an der Nordsee kennen lernen möchte, wird viel Interessantes über die Zugvögel erfahren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kontakt

Institut für Vogelforschung
An der Vogelwarte 21
D-26386 Wilhemshaven

www.ifv-vogelwarte.de